Continuous Client

Farhard Manjoo (QUOTE.fm):

In its current form, Dropbox is great at syncing stuff that I’ve saved to my filesystem, but there’s a lot more to device syncing than just what I’ve stored in data files. When I switch from my desktop to laptop to my phone to my tablet, I would really like my device’s √¢‚Ǩ≈ìstate√¢‚Ǩ¬ù to follow me, not just my files.

Vor ein paar Jahren wollte Steve Jobs Dropbox kaufen und sagte bei der Gelegenheit, das Dropbox ein Feature und kein Produkt ist (Forbes). Dropbox synchronisiert nur Dateien im Dateisystem, nicht aber Einstellungen von Programmen oder den Status von Programmen. Joshua Topolsky hat das als Continuous Client bezeichnet (Engadged). Das würde bedeuten, wenn ich einen Artikel auf meinem Notebook lese, kann ich den Artikel einfach auf meinem Smartphone weiterlesen. Dabei wird nicht nur der Text auf ein anderes Gerät übertragen, sondern auch Metadaten wie die aktuelle Scrollposition oder Zoomeinstellungen.

Das synchronisieren der Daten funktioniert derzeit in vielen Fällen schon gut, Dropbox synchronisiert meine Dateien und Fotos, Kalender und Kontakte laufen über iCloud, E-Mails über Gmail, Notizen über Evernote und so weiter. Es werden aber immer nur die konkreten Daten zuerst in die Cloud und dann auf alle meine Geräte übertragen. Wenn ich eine Notiz in Evernote am Mac schreibe, dann kann ich sie zwar auch am iPhone lese, allerdings muss ich sie dort zuerst suchen. Natürlich, es gibt erste Gehversuche im synchronisieren des Statutes, Google Chrome etwa kann die geöffneten Tabs auf eine anderes Gerät übertragen oder Tweet Marker meinen Lesefortschritt in meiner Twitter-Timeline. Das ist nett und besser als nichts, aber trotzdem noch viel zu wenig. Nehmen wir an ich sitze in der U-Bahn und lese meine Twitter-Timeline, in dem Moment in dem ich aussteigen muss, habe ich noch 100 ungelesene Tweets. Tweet Marker speichert zwar die Position, wenn ich daheim mein Notebook öffne muss ich allerdings erst einen Twitter-Client (wie zB Osfoora) starten, eventuell auf den richtigen Account wechseln und kann dann weiterlesen. In einer perfekten Welt würde ich mein Notebook aufklappen und würde gefragt werden: “Wollen Sie die Sitzung von ihrem Smartphone jetzt fortsetzen?”. Wenn ich “Ja” klicke, öffnet sich mein Twitter-Client mit dem richtigen Account und ich kann sofort weiterlesen. Im Hintergrund werden auch die auf meinem Smartphone geöffneten Browsertabs geöffnet und an die richtige Position gescrollt.

Leider wird das wahrscheinlich niemals Wirklichkeit werden. Da wären zum einen die technischen Probleme. Wahrscheinlich wird es Fälle geben in denen ich auf einem Gerät ein Programm eines Herstellers benutze und auf einem anderen Gerät ein Programm eines anderen Herstellers. Am iPhone nutze ich Tweetbot, am Mac Osfoora. Es muss also eine offene Schnittstelle wie Tweet Marker geben um die Daten zu synchronisieren. Problem gelöst. Nächstes Problem: um meine Aufgaben zu verwalten möchte ich am Mac Things verwenden und am iPhone Clear. Ok, also eine offene Schnittstelle für das synchronisieren von Aufgaben. Allerdings haben Things und Clear ziemlich unterschiedliche Funktionalitäten, in Things kann ich Aufgaben ein Datum zuweisen, in Clear nicht. Einfache Lösung: Clear ignoriert alle Angaben die es nicht kennt, wenn ich die volle Funktionalität von Things for Mac auch am iPhone nutzen will muss ich eben Things for iPhone nutzen. Vielleicht gibt es auch eine andere Aufgabensoftware am iPhone, die alle Funktionen von Things for Mac unterstützt. Dank der offenen Schnittstelle keine Problem. Aber was wenn Things for Mac eine neue Funktion einführt, die die Schnittstelle nicht kennt? Selbst wenn meine iPhone-Aufgaben-Software die gleiche Funktion hat, wegen der fehlenden Schnittstelle kann ich meine Daten nicht synchronisieren. Wenn wir auch Programmfenster und andere Low-Level-Daten synchronisieren wollen wird das ganze noch viel komplizierter. Die Funktionalität müsste direkt vom Hersteller des Betriebssystems implementiert werden und dieser allein kann die Innovation vorantreiben. Außerdem, wenn ich am Mac zwei Browserfenster, Osfoora und Pages nebeneinander auf meinem 27″-Bildschirm geöffnet habe, wie soll das am iPhone dargestellt werden?

Das waren noch gar nicht alle technischen Herausforderungen, aber der Hauptgrund warum so ein Vorhaben immer scheitern wird sind die Hersteller von Geräten, Betriebssystemen und Software. Oder könnt ihr euch vorstellen, dass sich Google und Apple auf einem gemeinsamen Standard einigen, der es erleichtert die Geräte des anderen zu nutzen?

Ich schrieb über dieses Thema übrigens schon vor fast 1,5 Jahren. Damals ging es mir hauptsächlich um das Synchronisieren des iTunes/Musik-Statuses. Seamless ist eine Third Party App die versucht das zu verwirklichen. Hört sich in der Theorie und im Demovideo sehr praktisch an, ist in der Praxis aber viel zu umständlich. Genau darum müssen die Hersteller von Software und Betriebsystemen die Synchronisation direkt integrieren. Aber das wird nicht passieren. Utopia will never exist.

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