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Brasilien mag OOXML auch nicht

Nach Südafrika hat jetzt auch Brasilien Einspruch gegen das Office-Format OOXML (DIS29500) von Microsoft eingelegt.

Die zentralen Kritikpunkte konzentrieren sich darauf, dass beim Problemlösungstreffen [BRM] im Februar in Genf wichtige Punkte nicht hatten behandelt werden können und dass die ISO nicht, wie es nach ihren Regeln erforderlich gewesen wäre, nach 30 Tagen einen Entwurf an die Komiteemitglieder versandte. Link.

Den Text der Beschwerde findet man bei Andy Upgrove.

Südafrika haut Microsoft eine auf den Deckel

[...] die südafrikanische Standardisierungsorganisation South African Bureau of Standards (SABS) [hat] am Donnerstag formale Beschwerde bei der International Organization for Standardization (ISO) gegen die Standardisierung des von Microsoft unterstützten Bürosoftware-Dateiformats OOXML (DIS 29500) eingelegt. Link.

Ihr wisst ja das ich kein großer Fan von OOXML bin, vor allem da es schon ODF gibt. Das ist nicht nur offen sondern auch frei.

Microsoft hat vor ein paar Tagen übrigens angekündigt zukünftig auch ODF zu unterstützen, OOXML wird übrigens noch NICHT von Microsofts Office unterstützt.

Hält doppelt besser?

Seite gestern ist OOXML, das Office-Format von Microsoft, ein offizieller ISO Standard. Grundsätzlich ist es natürlich gut wenn es einen Standard für Office-Dokumente gibt, dadurch wird gewährleistet das Dokumente auch nach dem Wechseln von Software noch les- und schreibbar sind. Das Problem bei der ganzen Sache ist das es bereits einen solchen Standard gibt. OASIS Open Document Format for Office Applications kurz Open Document (ODF) heißt dieses von Sun entwickelte Format. Außerdem ist ODF das Standardformat der freien Officeanwendung OpenOffice.org. Und bereits seit 2006 ist ODF ein offizieller ISO Standard. Warum also ein zweiter ISO Standard für Officedokumente? Hauptsächlich weil Microsoft es will. Weil Microsoft, als Marktführer im Bereich Officeanwendungen ansonsten das Konkurrenzformat ODF unterstützen müsste.

Denn in den letzten Jahren haben immer mehr öffentliche Stellen angekündigt offizielle Standards zu unterstützen, also Dokumente in standardisierten Formaten zu akzeptieren (in Österreich nehmen Wien und Linz Dokumente im Open Document Format entgegen). Da Microsofts Office ODF nicht unterstützt, müssen diese Stellen natürlich eine alternative Software installieren. Und Microsoft hat sich dazu entschieden anstatt den offiziellen Standard in die eigene Software zu implementieren, lieber einen eigenen Standard zu entwickeln. Und weil Microsoft eben Microsoft ist wurde dieser Standard auch angenommen. Hätte ich einen neuen Officestandard geschrieben, das wäre jedem egal gewesen. Selbst wenn er den bisherigen Standards weit überlegen wäre. Aber bei Microsoft wird das ein Standard. Es stimmt also, wenn man Geld hat kann man alles machen.

via.