Tag Archives: musikindustrie

RIAA schließt Muxtape – vorläufig

Muxtape, der Dienst der es erlaubt online Mixtapes (vorher auf Web Adventures) zu erstellen ist vorläufig down. Also auch das Web Adventures Mixtape ist derzeit nicht verfügbar, der Link bleibt derzeit drinnen, vielleicht geht Muxtape ja wieder online.

Muxtape will be unavailable for a brief period while we sort out a problem with the RIAA.

via.

P2P will never die

Es hilft alles nichts: Radiohead haben ihr Album quasi gratis angeboten, trotzdem wurde es am ersten Tag schon 400.000 mal illegal über Tauschbörsen heruntergeladen. Link.

Also, liebe Musikindustrie: Taschbörsen werden nicht genutzt weil sie illegal sind. Und auch nicht (nur) weil es gratis ist. Es gibt einfach keinen komfortableren Weg schnell an gewünschte Inhalte zu kommen. So einfach ist das. Und irgendwann werdet ihr das vielleicht auch kapieren.

Verlängerung der Schutzfristen für Tonaufnahmen

Die Futurezone hat ein Interview mit dem Urheberrechtsexperten Martin Kretschmer und dem Kulturökonomen Paul Stepan bezüglich der geplanten Verlängerung der Schutzfristen für Tonaufnahmen geführt. Letzten Mittwoch hat die EU-Kommission einen entsprechenden Richtlinienvorschlag verabschieded. Link:

ORF.at: Welche Auswirkungen hat die längere Schutzfrist auf die künftige Verwendung alter Tonaufnahmen, die nach der derzeit geltenden Regelung schon bald nicht mehr geschützt wären, etwa für Remixes, Samples oder Kompilationen?
Kretschmer und Stepan: Die Folgen einer Verlängerung sind vielfältig. Sie treffen nicht nur alle KonsumentInnen durch erhöhte Preise, sondern auch Rundfunkstationen und vor allem die Kreativen selbst. Der teuerste Nebeneffekt, den das Urheberrecht und die Leistungsschutzrechte verursachen, sind die so genannten Transaktionskosten, also Kosten, die durch die Klärung der Rechte, durch das Aushandeln der jeweiligen Verträge und durch Rechtsanwaltskosten entstehen.

Für viele Kreative sind genau diese Kosten der Grund, weshalb sie lieber nicht mit geschützten Materialien arbeiten, auch wenn sie diese weiterentwickeln wollen oder Derivate herstellen wollen. Das trifft insbesondere die Verwendung von Teilen von Werken für Remix oder die Kompilierung von Samplern. In vielen Fällen ist alleine die Klärung der Rechte bereits so aufwändig, dass nicht einmal der Versuch dazu unternommen wird, obwohl die Rechteinhaber eventuell erfreut und nicht einmal eine Entschädigung verlangen würden.

Seit Beginn der Diskussionen um Immaterialgüterrechte vor drei Jahrhunderten wusste bereits Adam Smith, dass diese Rechte nicht nur Anreize darstellen, kreativ und innovativ tätig zu werden, sondern dass sie gleichzeitig auch als Innovationsbremse fungieren. Hier die richtige Balance zu finden, ist Aufgabe der Politik. Dieses Verhältnis zu Gunsten der Musikindustrie zu kippen, ist Aufgabe von LobbyistInnen.

Musikdownloads und DRM: Stand der Dinge

Tonspion testet einige der größeren deutschen Musikdownloadstores hinsichtlich DRM und Verfügbarkeit. Ergebnis: nur 5 der Top 10 der deutschen Albumcharts sind überhaupt DRM-frei verfügbar und auch das nicht überall. Und Kid Rock gibt es gleich gar nicht digital zu kaufen. Egal, der hat eh genug Geld.

Wer zur Zeit bereit ist, sich legal Musik aus dem Netz zu laden, aber keine Musik mit Kopierschutzeinschränkungen haben möchte, muss sich auf eine langwierige Suche gefasst machen. Es gibt keinen einzigen Shop, der alles anbietet!

Man muss als Käufer tatsächlich ganz genau hinschauen und auf das Label achten: Während EMI inzwischen recht großzügig Material im MP3-Format anbietet, sperrt sich Universal bisher konsequent gegen die Abschaffung des Kopierschutzes für Downloads – zumindest in Deutschland. Im Ausland sieht das schon ganz anders aus.
Auch Warner hat sich inzwischen geöffnet und kooperiert in Deutschland umfassend mit 7digital bzw. Nowdio, während SonyBMG bisher nur sporadisch MP3 Downloads seiner Künstler heraus gibt.
Die meisten Independent-Labels haben im Vergleich zu diesen vier großen in der Regel kein Problem damit, ihre Alben auch im MP3 Format zu veröffentlichen.

Link. via.

Übrigens: Das Online-Musikmagazin laut.de hat den Service kix.de gestartet. Diese Suchemaschine durchsucht verschiedene Musicstores und zeigt an ob diese mit oder ohne DRM verfügbar sind und wieviel sie kosten bzw. ob man den Titel auch gratis herunterladen kann. Auch die passenden YouTube-Videos werden gleich mitverlinkt. Sollte man auf jeden Fall im Auge behalten.

In 5 Jahren sind die Beatles frei

Derzeit beträgt in Europa die Schutzfrist für Tonaufnahmen 50 Jahre und deswegen wäre 2013 das erste Beatles-Album Please Please Me frei von UrheberrechtenLeistungsschutzrechten (siehe Update unten). Und ein Jahr später wäre auch das selbst-betitelte Debütalbum der Rolling Stones frei.

Allerdings gibt es Kräfte in der EU (vermutlich getrieben durch die Plattenfirmen) die die Schutzfristen von 50 Jahren auf 95 Jahre erhöhen wollen:

Im Februar kündigte EU-Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy an, die Schutzfristen für Tonaufnahmen in der EU um 45 Jahre verlängern zu wollen. Am Mittwoch steht das Thema auf der Agenda der EU-Kommission. Stimmt die Kommmission McCreevys Vorschlag zu, dann würden Tonaufnahmen künftig in Europa ebenso lange geschützt sein wie in den USA, nämlich 95 Jahre

Aber:

Eine Verlängerung der Schutzfristen würde nur multinationalen Musikkonzernen zugute kommen, die auf umfangreichen Back-Katalogen sitzen, meinen hingegen Kritiker.

Die Schutzfristenverlängerung würde Kreativität und Innovation in Europa irreperablen Schaden zufügen, kritisierten europäische Urheberrechtsexperten in einem offen Brief an EU-Kommissionspräsidenten Jose Manuel Barroso im Juni und warnten die Kommission vor einem “Kotau an die multinationale Tonträgerindustrie”.

Gegen dieses Vorhaben gibt es auch eine Petition, die man auf jeden Fall unterstützen sollte. via.

Update: René berichtet auch darüber und stellt fest das es sonst niemand tut. Sicher, das Telekom-Paket ist gefährlicher, aber als unwichtig würde ich diese Entscheidung auch nicht einstufen.

Update 2: Hier eine kleine Liste mit bekannten Werken, die in “nächster Zeit” urheberrechtsleistungsschutzfrei sein würden:

Update 3: Ich war da wohl etwas übereifrig. Nach 50 Jahren ab Veröffentlichung laufen nicht die Urheberrechte, sondern die Leistungsschutzrechte ab.

Da die Herstellung von Ton- bzw. Filmträgern dem Kulturleben dient, aber ein hohes wirtschaftliches Risiko erfordert, möchte man die Hersteller vor der Nachbildung und Kopie der Ton- bzw. Filmträger schützen. Ihnen steht daher über das Urheberrecht ein ausschließliches Vervielfältigungs- und Verbreitungsrecht zu. Filmhersteller haben außerdem ein ausschließliches Recht zur öffentlichen Vorführung oder Funksendung. Sie können außerdem jede Entstellung oder Kürzung verbieten, die ihre berechtigten Interessen gefährdet. Link.

Das Urheberrecht gilt noch bis zu 70 Jahre nach dem Tod des Künstlers. Ich habe mich dann gefragt was denn jetzt genau der Unterschied zwischen Urheber- und Leistungsschutzrecht ist und bin ein einem PDF auch fündig geworden:

Urheber ist derjenige, der ein Werk erschafft (√Ç¬ß 7 UrhG: √¢‚Ǩ≈æUrheber ist der Schöpfer des Werkes√¢‚Ǩ≈ì). Vereinfacht gesagt gehört zum Urheber respektive zum Urheberrecht eine kreative, eigenschöpferische Leistung. Das Leistungsschutzrecht ist das Recht des ausübenden Künstlers. Ausübender Künstler ist, wer ein Werk vorträgt oder aufführt oder bei dem Vortrag oder bei der Aufführung eines Werks künstlerisch mitwirkt (√Ç¬ß 73 UrhG). Auch hier kann man vereinfacht sagen: Das Leistungsschutzrecht wird für eine (rein) darstellerische, reproduzierende Tätigkeit gewährt.

Für mich heißt das soviel: Das Urheberrecht liegt beim kreativen Schöpfer, weil er der Urheber eines Werks ist und das würde bedeuten das ab dem 23. März 2013 nur mehr Paul McCartney und John Lennon Geld für zB Love Me Do bekämen würden (die zwei haben den Song geschrieben), während George Harrison und Ringo Starr leer ausgehen würden, denn die zwei haben den Titel nur reproduziert, also aufgenommen. Und natürlich würden auch die Plattenfirmen nichts mehr bekommen.

Habe ich das richtig verstanden? Funktioniert das mit Leistungsschutz- und Urheberrecht so?

Übrigens, mittlerweile berichtet auch Heise darüber. via.

Verschwörung zum Betrug der Musikindustrie

Die Briten haben jetzt 6 User des Torrent Trackers Oink festgenommen weil sie Alben noch vor der Veröffentlichung veröffentlicht (yeah!) haben. Also wegen Verschwörung zum Betrug der Musikindustrie. Das wird immer besser. Ich weiß, das sag ich schon oft gesagt, aber die Musikindustrie überrascht mich immer wieder.

Link.

Kulturflatrate in Schweden?

Ein Modell zur Legalisierung sämtlicher Musikdownloads aus dem Internet will die schwedische Verwertungsgesellschaft für Musikrechte (Stim) ab Herbst erproben. Mit mehreren Internetanbietern diskutieren die Verwerter derzeit Möglichkeiten, die Verträge der Kunden um eine optionale Musik-Flatrate zu erweitern. Eine speziell entwickelte Software soll registrieren, welche Lieder auf den Rechnern der Nutzer abgespielt werden. Link.

Ein Schritt in die richtige Richtung aber Software der Musikindustrie auf meinem Rechner? Forget it. Da muss noch nachgebessert werden. via.

Offener Brief vom Internet an Merkl

Als Antwort auf den offenen Brief der Musikindustrie an die deutsche Bundeskanzlerin sendet nun auch das Internet sendet einen an die Merkl. Grandios. via.

Die letzten Zuckungen einer sterbenden Industrie

Ich hab den offenen Brief der Musikindustrie an die deutsche Kanzlerin bislang bewusst versucht zu ignorieren. Aber was die Merkl da antwortet… das ihr das selber nicht zu blöd ist? Und warum muss sich eigentlich die Politik die Fehler und Uneinsichtigkeit der Musikindustrie ausbaden?


YouTube-Direktlink. via.

Und kann mir jemand das Torrent für ein neues MacBook Pro schicken?

Noch ein Fauxpas der Musikindustrie

Nicht nur das Warner Brothers einen der Ermittler im Fall Musikindustrie vs. The Pirate Bay einstellt, jetzt klagen sie auch noch im Namen eines Rappers der gar nicht klagen will. Weil er File Sharing als willkommene Werbung für seine Konzerte sieht. Eigentlich wollte die Musikindustrie ihn als Zeuge aufrufen. Haha. Wann kapiert ihr es endlich: euer altes Business krepiert, verbrennt im Feuer des Internets und ihr gießt sogar noch Öl nach. via.